Schlagwort-Archiv: Volkskunde

Sonntagsbeilage, 12. Juli 15

Vandalen

„An dieser Stelle muss natürlich ein Wort über die alte, anscheinend unausrottbare Legende gesagt werden, der Name Andalusien (spanisch: Andalucía), bekanntlich von den im 8. Jh. das Land erobernden Mauren in der Form al-andalus eingeführt, gehe auf die Vandalen zurück (‚Vandalucia‘), sei es, weil diese eine Zeitlang in der Baetica* ihr Territorium hatten, sei es, weil sie von hier nach Africa aufbrachen. Aber nur auf den ersten Blick kann man in dieser Herleitung etwas Plausibles sehen. Der Historiker muss einwenden, dass nicht zu erkennen ist, warum die Mauren 200 Jahre nach der kurzen vandalischen ‚Epoche‘ Andalusiens und sogar knapp 100 Jahre nach dem Ende der Vandalen überhaupt bei der Namensgebung auf diese gens zurückgegriffen haben sollen. Sprachwissenschaftler weisen auf die bei dieser Deutung unerklärliche Endung -us hin. Alternative Namensdeutungen sind zwar auch nicht beweisbar, aber wenigstens widerspruchsfrei. Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung, dass es sich ursprünglich um den schon aus vorrömischer Zeit stammenden Namen der später so genannten Stadt Tarifa handelt, wo die Mauren als Erstes landeten. Immerhin gäbe es dann einen faktischen Bezug zu den Vandalen, da diese den Hafen von Tarifa sicherlich bei ihrer Überquerung der Straße von Gibraltar nutzten.
Einen ersten Schritt ‚auf das Meer‘ bildete ein erfolgreicher Beutezug zu den Balearen im Jahr 425, sicher mit römischen Schiffen, derer man sich irgendwie bemächtigt hatte. Wichtiger war die anschließende Eroberung von Sevilla und der Hafenstadt Cartagena, was den Vandalen auf einen Schlag eine wirkliche maritime Perspektive eröffnete. Über die weiteren Aktionen sind wir nicht informiert, sie werden aber auf dieser Linie gelegen haben. Ziel war nicht, sich dauerhaft in der Baetica zu installieren, sondern sie zu verlassen.“**

*“Hispania Baetica oder nur Baetica ist der lateinische Name einer antiken Landschaft und römischen Provinz im Süden Spaniens. Ihren Hauptteil bildete das heutige Andalusien, im Norden reichte sie bis in die Extremadura hinein. Sie ist benannt nach dem großen Fluss Baetis, dem heutigen Guadalquivir.“ So beginnt der entsprechende Wikipedia-Artikel.

**Dies schreibt der Bonner Professor für Alte Geschichte Konrad VÖSSING in seiner sehr lesenswerten Überblicksdarstellung „Das Königreich der Vandalen. Geiserichs Herrschaft und das Imperium Romanum“ (Darmstadt 2014, S. 26-27). Endlich eine dicht den Quellen folgende und dabei sehr gut lesbare Schilderung der Vorgänge während der sogenannten Völkerwanderung, die erklärt und verstehen lässt, was wann aus welchen Gründen geschehen ist. Ich wünschte, derartige Darstellungen hätte es schon zu meiner Schulzeit gegeben, denn um das Ende des Imperium Romanum wurde doch immer ein großer Bogen gemacht: Irgendwann kamen die Barbaren und das Licht ging aus; Karl der Große macht das Licht wieder an und die Geschichte geht weiter.
Man sollte eine Exkursion nach Tarifa unternehmen.

(mg)

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Sonntagsbeilage, 22. Februar 15

Heute besuchen wir Moye Neel Jans in Graft.

„Am 20. Oktober 1654 wurde die spärliche Habe von Jochem Wilemsz. Klinckert, zu Lebzeiten Bierverkäufer von Graft (Dt., Eng.) versteigert. Unter den angebotenen Gütern befand sich eine Partie Laken, die für ungefähr einen Gulden pro Stück weggingen. Ein Laken bringt nur die Hälfte dieses Betrages ein. Es geht für zehn Stuiver an Moye Neel (Hübsche Neel). Wir kennen sie noch aus Kap. 2, als wir auf ihren bemerkenswerten Beinamen hinwiesen. Eine so saloppe Titulierung weist auf keine gute soziale Position, ebensowenig wie der auffallend niedrige Preis ihres Ankaufs. Die Frauen von Graft kamen gern ins Wirtshaus, wenn dort etwas versteigert wurde, und vielleicht war Moye Neel immer dabei. Doch sie kaufte selten etwas. Erst 1670 ist ihr Name bei der Versteigerung der Güter der verstorbenen Ladenbesitzerin Anne Maertens notiert worden. Moye Neel geht nach Hause mit einem Töpfchen grüner Erbsen für einen Stuiver und vier Penningen und einem Pelz für fünf Stuiver. Der war bestimmt nicht von Spitzenqualität, denn bei anderen Versteigerungen sehen wir Pelze zu Preisen von über drei Gulden über den Tisch gehen.
Moye Neel war offenbar keine reiche Frau. Das Kassenbuch der Armenpfleger bestätigt das, denn sie kommt regelmäßig darin vor. Am 6. März 1655 bekommen drei Lieferanten insgesamt 5 [Gulden]:9 [Stuiver]:4[Pennige] ausbezahlt, für Öl, Seife, Zucker und jungen Käse, zugunsten von Moye Neel. Warum sie das alles erhielt, kommt am 18. April heraus. Denn da bekommt Pieter Kistemaker 1:4:0 ausbezahlt, „für den Sarg von Moye Neels Kind“. Sie war also Mutter geworden, und das Kind ist innerhalb von zwei Monaten gestorben. Das Kassenbuch verzeichnet danach noch vier andere Geburten. Auf eine davon folgt wiederum rasch die Beerdigung. Ihr Name wird zum letzten Mal am 6. Dezember 1680 erwähnt, diesmal unter den Einkünften. Ihr Nachlaß fiel den Armenpflegern zu und hat 16:10:12 gebracht.
Die Armenpfleger werden die Wohnung nicht leergeräumt haben, denn Moye Neel hinterließ vier Töchter, die alle der Armenkasse zur Last fielen. Das ist eine mehr, als wir aufgrund des Kassenbuchs erwarten würden, denn das gibt fünf Geburten an, wobei zwei von den Kindern schnell gestorben sind. Die jüngste von Moye Neels Töchtern kommt auch nicht darin vor. Sie war laut der Salz- und Seifenveranlagung von 1680 in jenem Jahr noch unter zehn, während die letzte Geburt in dem Kassenbuch unter 1668 verzeichnet ist. Aber wir erfahren noch mehr. Das Begräbnisbuch enthält die Angabe über eine Beerdigung am 11. Januar 1666: ‚Guertje Willems, Tochter von Moye Neel‘. Die Sterbefälle in dem Kassenbuch sind vom April 1655 und vom April 1665. Es muß sich hier also um ein siebtes Kind handeln. Das Kassenbuch hat nur fünf Geburten festgehalten. Moye Neel ist also zweimal selbst für eine Geburt und einmal für eine Beerdigung aufgekommen. Das Geld stammt aus ihrer eigenen Tasche oder aus der des ansonsten unbekannten Willem, welcher der Vater der 1666 begrabenen Guertje Willems gewesen sein muß.
Über diesen Willem wissen wir nichts weiter. Vielleicht war er Seemann, der ab und zu an Land kam, um ein Kind zu zeugen, und der die Sorge für den Sprößling seiner Frau überließ. Sie muß auch selbst etwas verdient haben, mit Spinnen, mit Scheuern oder was sich sonst noch anbot. Wir wissen durch Zufall, daß der Tabakhändler Abraham Jansz. 1664 74 Fässer Tabak bei ihr eingelagert hat. Diesen Platz hatte sie vermietet, und vielleicht verkaufte sie ab und zu auch kleine Mengen Tabak. So verfügte sie von Zeit zu Zeit über Geld, um Lebensmittel und die Särge für die Kinder bezahlen zu können und um bei günstiger Gelegenheit auf einer Versteigerung ein Töpfchen Erbsen oder einen halbverschlissenen Pelz zu erstehen.
Das ist das Leben von Moye Neel Jans. Daß sie im Goldenen Zeitalter (Dt., Eng.) lebte, wird ihr nicht aufgefallen sein. Sie hat das tägliche Dasein vermutlich nur von seiner schwierigen Seite kennengelernt. In kinderreichen Familien und Häusern von Witwen war die größte Armut zu Hause. Moye Neel hat zuerst sieben Kinder auf die Welt gebracht, oder vielleicht noch mehr, und blieb dann als Witwe zurück. Alt wird sie nicht geworden sein. Angesichts des Alters ihres jüngsten Kindes bei ihrem Tod ist es unwahrscheinlich, daß sie die fünfzig noch erreicht hat. Man hat sie nicht im Stich gelassen. Die Gemeinschaft hat sie unterstützt, auch wenn Moye Neel nicht mehr als das Allernötigste bekam. Sie hat sich damit abgefunden. Diejenigen Armen, die sich nicht anzupassen wußten, haben andere Mittel gewählt, um an Geld zu kommen. Sie konnten betteln, stehlen oder der Prostitution nachgehen. Moye Neel tat das nicht. Hätte sie gebettelt, so wäre sie aus der Armenversorgung herausgefallen, und hätte sie es mit Diebstahl und Prostitution versucht, dann hätte sie sich vor dem Vogtgericht verantworten müssen. Sie hielt sich an die Normen der Gesellschaft, die sie wie alle Armen in ihre Gemeinschaft einzubinden suchte. Nach den Möglichkeiten, die der Samtgemeinde (Dt., Eng.) Graft gegeben waren, hat die Armenfürsorge ihren Zweck erfüllt.“ *

* van DEURSEN, A. Th. (Nl., Eng., about): Graft. Ein Dorf im 17. Jahrhundert, 1. Auflage, Göttingen 1997 (Erstausgabe: Een dorp in de polder. Graft in de zeventiende eeuw, Amsterdam 1994), S. 265-67

(mg)

Sonntagsbeilage, 27. September 14

„Der Kampf der christlichen Kaiser des 4. Jhs. gegen das Heidentum setzte bereits in der Regierungszeit des Constantin I. (306-337) ein und fand mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion durch Theodosius I. (379-395) im Jahre 391 sein offizielles Ende. Daß der Widerstand des Heidentums damit jedoch nicht gebrochen war, läßt sich anhand archäologischer Befunde deutlich zeigen. Münz- und Keramikfunde beweisen, daß die Heiden ihre Kultstätten noch lange Zeit nach der offiziellen Schließung der Tempel aufsuchten und sie noch im späten 4. Jh. wiederaufbauten, als das Christentum seinen Siegeszug längst angetreten hatte.
In der ersten Hälfte des 4. Jhs. – der Zeit von Constantin I. bis Constans (327-350) – wurden bereits erste heidenfeindliche Gesetze erlassen und eine größere Zahl von Tempeln geschlossen. Daß dies auch eine Folge christlicher Missionstätigkeit war, zeigen die Befunde im Westen und Süden Galliens: Die Zahl der aufgelassenen heidnischen Heiligtümer ist dort sehr viel größer als in den nordöstlichen Grenzprovinzen.

Obwohl der Einfluß des Christentums immer stärker wurde, erlebte das Heidentum in der zweiten Hälfte des 4. Jhs. noch einmal eine Renaissance. Eingeleitet wurde sie von dem Kaiser Julian Apostata (361-363), der dem Christentum ablehnend gegenüberstand. Voraussetzung dafür war vor allem, daß das Heidentum im Westen des Römischen Reiches noch einen starken Rückhalt bei weiten Kreisen der Bevölkerung besaß. Es stütze sich nicht nur auf die Bewohner ländlicher Gebiete, sondern auch auf die gebildeten Schichten und die Aristokratie. Wortführer war der römische Senat. Bereits verfallene Kultstätten wurden in dieser Zeit wiederaufgebaut, wie z.B. die Tempel in Nattenheim, Matagne-la-Petite und Mackwiller. Andere Heiligtümer, wie jene in Pesch, Koblenz, Möhn und Steinsel, wurden in der zweiten Hälfte des 4. Jhs. so zahlreich von Gläubigen aufgesucht wie nie zuvor. Selbst in Südgallien lassen sich noch Spuren des Heidentums fassen. Trotz frühzeitiger Christianisierung und der Aufgabe der heidnischen Beigabensitte im Totenbrauchtum wurden auch dort einige Tempel im späten 4. Jh., teilsweise sogar noch im frühen 5. Jh. aufgesucht. Ebenso wie in Rom blieben auch in Südgallien selbst Angehörige der reichsten und vornehmsten Familien dem Heidentum verbunden. […] Die heidenfeindliche Gesetzgebung nahm unter Kaiser Gratian (367-383) allmählich zu und erreichte unter Kaiser Thedosius I. ihren abschließenden Höhepunkt. Im Jahre 391 verbot Thedosius I. unter Androhung der Todesstrafe das Betreten heidnischer Tempel, die Anbetung von Kultbildern sowie die Teilnahme an Opferhandlungen und erhob das Christentum zur Staatsreligion. Die meisten heidnischen Tempel Galliens, vor allem jene, die bis dahin noch in oder bei großen Städten – wie z.B. Trier – gestanden hatten, wurden nun zerstört. Daß der Widerstand der heidnischen Bevölkerungskreise damit jedoch noch immer nicht gebrochen war, beweist der Versuch stadtrömischer Adelsfamilien unter Führung der Symmachi und Nicomachi die Macht der antiken Religionen mit Hilfe des Usurpators Eugenius (392-394) wiederherzustellen. In diesen Jahren erlebte das Heidentum im Westen des Imperiums eine letzte Blüte, die nicht nur in Kunstwerken ihren Ausdruck fand, sondern auch noch einmal zum Wiederaufbau verfallener Heiligtümer führte, zu denen anscheinend auch der Tempel am Kölner Dom gehörte.

In den abgelegeneren Gebieten Galliens, vor allem in unzugänglichen Bergregionen, blieben erstaunlich viele Heiligtümer sogar über die Jahrhundertwende hinaus bis weit in die erste Hälfte des 5. Jhs. hinein bestehen. Eine Voraussetzung dafür war sicher auch, daß es im Westen des Reiches niemals zu einer planmäßigen Heidenverfolgung kam. Erst unter Kaiser Valentinian III. (425-455) wurde der Befehl zur Zerstörung heidnischer Tempel, der im oströmischen Reichsteil schon seit 399 galt, auch auf den Westen ausgedehnt. Ob die bis dahin übrig gebliebenen heidnischen Tempel Galliens aufgrund dieses Gesetzes zerstört wurden oder ob sie schon bei den Germaneneinfällen des frühen 5. Jhs. zugrundegegangen waren, bleibt unklar. jedenfalls enden die meisten Münzreihen der gallischen Heiligtümer mit Prägungen des Honorius (395-423) und Arcadius (395-408). Zu den letzten Kultstätten, die anscheinend erst zur Zeit des Valentinian III. aufgegeben wurden, gehören die Tempel von Genainville, Dép. Val d’Oise und Altrier in Luxemburg.“ *

*SCHULZE, Mechthild: Karte: Heidnische Heiligtümer im spätantiken Gallien, in: Gallien in der Spätantike. Von Kaiser Constantin zu Frankenkönig Childerich, herausgegeben vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte, Mainz 1980 (Katalog zu der gleichnamigen Ausstellung im Kurfürstlichen Schloß Mainz vom 29. Oktober 1980-4. Januar 1981 und in Paris, Palais du Luxembourg, Februar-April 1981), S. 85-87, Objekt 98

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Mehr Liebe zum Volk*

Beim Kongress für Volkskunde 2003 in Berlin tat Martin Scharfe am Ende seines Abschlussvortrags eine denkwürdige Äußerung. Er sagte, er wünsche sich von den heutigen Volkskundlern wieder „mehr Liebe zum Volk“. Unter den Zuhörern stieß diese Aussage auf Befremden und Unverständnis, zumindest auf Verwunderung.

Was meinte er damit?

In den vergangenen Jahren habe ich verschiedentlich klagen hören, die jungen Leute vom Fach verstünden sich nicht mehr aufs Quellenstudium – sie könnten diese nicht einmal mehr lesen. Woran das liegen mag, sei dahingestellt. Ich möchte hier jedoch auf die Verführung aufmerksam machen, die der Umgang mit PC und Internet mit sich bringt, und auf den überhöhten Stellenwert, der diesen unbestreitbar nützlichen Hilfsmitteln eingeräumt wird. Es wird suggeriert, jegliches Wissen sei schnell und mühelos abrufbar und es erübrige sich, selbst eigene, zeitraubende und aufwändige Nachforschungen vor Ort zu betreiben: Oben wird ein Knopf gedrückt, und unten „fällt Geschichte raus“.
Dieser Suggestion erliegen allerdings nicht nur die jungen Leute vom Fach.

Ein Hilfsmittel wie z.B. eine Datenbank, das für naturwissenschaftliche Versuchsreihen taugt und für betriebswirtschaftliche Auswertungen entwickelt wurde, muss der Erschließung geschichtlichen Materials nicht frommen. Lebendige Menschen und historische Quellen – letztere zu Schrift, Bild und Gegenstand gewordene Zeugnisse einst lebender Menschen – scheinen mir eines gemeinsam zu haben: Sie sträuben sich dagegen, klassifiziert und katalogisiert, standardisiert, vereinheitlicht und digitalisiert zu werden. Wer sie auf Zahlen und Daten reduzieren zu können glaubt, wer sie zu bloßen Objekten degradiert, dem geben sie ihr innerstes Wesen nicht preis. Sie lassen lediglich dem Klassifizierenden den irrigen Glauben, er habe ihr Wesentlichstes erfasst: Er hält den Schatten für die Wirklichkeit, verwechselt die Datenbank mit dem Original, das Hilfsmittel mit dem eigentlichen Forschungsgegenstand.

Vielleicht haben manche geisteswissenschaftlichen Fächer in jüngster Zeit unter anderem deswegen so sehr an Boden verloren, weil sie – dem wachsendem Erfolg und Einfluss naturwissenschaftlicher Forschung hinterherhechelnd – unbesehen und unkritisch Methoden kopieren und Hilfsmittel anwenden, die ihrem eigenen Gegenstand nicht unbedingt angemessen sind, und weil sie darüber hinaus Fragestellungen und Sichtweisen übernehmen, die diesen Gegenstand schlicht verfehlen. Vielleicht hat so manches Fach gar seinen ursprünglichen Gegenstand aus den Augen verloren?

Denn die digitale Nutzbarmachung historischer Quellen birgt nach meinem Dafürhalten noch eine weitere Gefahr: Manchmal könnte man meinen, der Gegenstand historischer und volkskundlicher Forschung erschöpfe sich in Archivalien und Museumsobjekten, und es gelte nur, deren Informationsgehalt (digital) aufzubereiten und abrufbar zu machen. Die Erschließung historischer Quellen gerät durch eine solche Bearbeitung leicht zum Selbstzweck und wird dadurch freilich als mühsam und lästig empfunden. Die Quelle – in handliche, vereinheitlichte Einzelteile zerlegt – wird auf Zahlen und Fakten reduziert. Der eigentliche Wert der Quelle, ihre Aussagekraft für eine Verortung, ihren „Sitz im Leben“ – im Original, im Zusammenhang und zwischen den Zeilen gelesen – wird durch diesen Focus vernachlässigt.

Die Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Gegenstand der Forschung findet durch die so entstehende Distanz zu einer derart bearbeiteten und genutzten Quelle nicht statt; es entfällt die Notwendigkeit, selbst zu denken, Stellung zu beziehen.

Doch auch Archivalien und museale Objekte sind nur Hilfsmittel – kostbare zwar und oft einzigartige, die es zu bewahren gilt. Denn dienen sie nicht lediglich dazu, vergangenes menschliches Leben, Denken und Handeln in seinen Zusammenhängen zum Erkenntnisgewinn für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu erschließen? Gilt es nicht, die Menschen, die hinter diesen Quellen verborgen sind, in ihrem Facettenreichtum sichtbar zu machen und zu würdigen?

Vielleicht wünschte sich Martin Scharfe auch in dieser Hinsicht von den heutigen Volkskundlern wieder „mehr Liebe zum Volk“.

*Vorwort von Gabriele Gerstmeier zum „Projekt des Bezirks Unterfranken: Digitale Erfassung von Gewerbestatistiken der ersten Hälfte des 19. Jhs. aus Archivalien des Staatsarchivs Würzburg“, bearbeitet von Gabriele Gerstmeier und Matthias Gorzolka, unveröffentlichte begrenzte Auflage, Gerbrunn 2006.

(DIAGNOSIS-Lesefrucht der 28. Kalenderwoche 2006)

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Das oben zitierte Vorwort entdeckte ich beim Stöbern in den Lesefrüchten der ehemaligen DIAGNOSIS-Website. Ich hatte es vergessen – doch während ich es las, hatte ich plötzlich wieder den Tagungssaal des damaligen Kongresses vor Augen; die Unruhe, die durch die Stuhlreihen wogte nach Scharfes Worten; den Volkskundler-Kollegen, der auf der Heimfahrt im Zug sagte: „Ich weiß nicht, was der wollte – ich bin Wissenschaftler.“

Ich erinnerte mich beim Lesen auch an die Situation der Geisteswissenschaften 2006: Die fuhren gerade mächtig in den Keller, alle schrien nur noch nach Biomedizinern und Naturwissenschaftlern; in den Jahren davor waren – im Rahmen der mit der damaligen Rezession begründeten Sparmaßnahmen erst im kulturellen, dann im sozialen Bereich – die meisten Stellen für Geisteswissenschaftler sowieso gestrichen worden; die verdingten sich als Spüler, Taxifahrer und Ähnliches oder gingen als Arbeitslose nach den Segnungen der Schröder’schen Agenda 2010 sofort in Hartz IV.

Elf Jahre nach dem Kongress und acht Jahre nach diesem Vorwort sehe ich sowohl die eine Aussage – das Für-wahr-und-einzig-Halten digitaler Quellen (Internet!) – als auch die andere – den Absturz der Geisteswissenschaften – bestätigt. Leute, die zu denken gelernt (sic!) haben, sind heutzutage offensichtlich überflüssig. Wie sehr – und für wie doof man sie außerdem hält -, lässt sich an einem Artikel für geisteswissenschaftliche Berufseinsteiger in „Die Zeit“ ablesen: Hohn gebrüllt!**

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**… und dem Herrn Vonhoff vom BDS den doppelten Effenberger gezeigt.

Spurensuche am Haugerring

Der irische Nationaldichter John Milington Synge*

Am 24. Januar 1894 wird der irische Musikstudent John Milington Synge in Würzburg eingeschrieben. Er stammt aus Rothfanhan, einem südlichen Vorort von Dublin, wo er 1871 geboren wurde. Synge zog studierend durch Europa und machte dabei auch in Würzburg Station. Er bezog hier eine kleine Wohnung in dem Haus Haugerring 16.

Für Synge wurde sein relativ kurzer, sechsmonatiger Aufenthalt in Würzburg zum Wendepunkt in seinem Leben. Er musste erkennen, dass sein nicht zu bezwingendes Lampenfieber ein öffentliches Auftreten für ihn unmöglich machte. Sein Traum von der Karriere als Konzertpianist zerplatzte, und als Konsequenz brach er sein Klavierstudium ab. Stattdessen wandte er sich der Sprache als Ausdrucksmittel seines künstlerischen Wollens zu. Er entdeckte für sich die Gedichte Walthers von der Vogelweide und verbrachte viel Zeit im Lusamgärtchen mit der Lektüre der originalen Texte und mit Übersetzungsversuchen ins Englische. In dieser Zeit entstanden auch eigene Dichtungen, in denen Synge innere Empfindungen und Eindrücke von Würzburg und seiner Umgebung festgehalten hat.

Im Sommer des Jahres 1894 verließ Synge die Residenzstadt, um sich nach Paris zu wenden und dort den bekannten Dramatiker Yeats zu treffen. Er schrieb später einige Theaterstücke und sorgte für einen handfesten Skandal in Dublin, denn er beschrieb „irische Helden“ als notorische Trunkenbolde und Kneipensitzer.

Synge stirbt 1909 38-jährig in Dublin an Krebs. Leider haben sich Pläne der Deutsch-Irischen Gesellschaft Würzburg, am Gebäude Haugerring 16 (1894, heute Haugerring 5) eine Gedenktafel, eine Plakette oder einen sonstigen Hinweis auf Synges Aufenthalt anzubringen, bisher nicht verwirklichen lassen.

*Matthias Gorzolka: Der Haugerring damals und heute, Würzburg 2005 (Historische Schriftenreihe: Die WVV im Wandel der Zeit, Band 1), S. 15.

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Schlichtungstee verboten

Es ist eine besonders zu würdigende Leistung, in deutscher Sprache eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, wenn man in einem völlig unterschiedlichen Kulturkreis – hier: China – und mit einer sinotibetischen Sprache aufgewachsen ist, der ein grundlegend anderes Denk- und Schriftsystem zugrunde liegt. Ich lektorierte diese Arbeit. Für mich lag die Herausforderung darin, spezifische Inhalte und sprachliche Bilder zu verstehen, das Gemeinte nachzuvollziehen und adäquat zu formulieren. Tiefschürfende, fast philosophische Gespräche mit Herrn Chen nicht nur zum Thema, sondern auch über „Gott und die Welt“ begleiteten das nicht einfache, doch ganz und gar angenehme Lektorat. Am besten gefiel mir diese Stelle – weil sie die Mediatorin in mir ansprach ;-) – aus Kapitel 3.3.5, „Orte der Schlichtung“:

„Die [chinesischen] Teehäuser übten auch gewisse Schlichtungsfunktionen aus, sie waren so etwas wie ein ‚halbes Zivilgericht‘ (ban minshi fatingfating 半民事法庭). Wer nicht ehrerbietig gegenüber den Eltern war, wer seine Ehefrau und Kinder misshandelte oder wer sich sonst schlecht benahm – in solchen moralischen Angelegenheiten blieb die staatliche Strafverfolgung eher machtlos –, der konnte in Teehäusern gemaßregelt werden; kam es zu Streitigkeiten zwischen einfachen Leuten, so konnten die Betroffenen im Teehaus ‚Anklage‘ erheben. Die Mächtigen am Ort wie Gemeindevorsteher, Landadel oder auch Lokaldespoten fällten dann die ‚Urteile‘. Beide Konfliktparteien luden redegewandte Leute vor und die ‚Gerichte‘ ließen sich die Argumente beider Seiten ausführlich erklären; daneben traten die Stammkunden als Geschworene auf, sie konnten auch, den gesellschaftlichen moralischen Werten folgend, ihre eigene Meinung äußern. Alle Teilnehmer tranken, redeten und urteilten. Wenn die Schlichtung gelang, bezahlten die ‚Verlierer‘ die Rechnung, aber wenn beide Seiten schuldig waren, teilten sich die beiden Parteien die Rechnung. Dieses Verfahren hieß ‚Schlichtungstee trinken‘ (chi jiangcha 讲茶) oder ‚auseinandersetzen im Teehaus‘ (chaguan jiangli 馆讲理); schließlich war ein Teehaus kein offizielles Gericht. In diesen Verfahren scheiterten die Schlichtungen häufig und es kam manchmal zu Schlägereien, aber der Inhaber blieb gefasst, weil die ‚Verlierer‘ alle Kosten übernehmen mussten, auch die Rechnungen der betroffenen Kunden. […] Im damaligen Peking gab es oft Massenschlägereien, aber es gab auch immer jemanden, der zwischen den beiden Seiten schlichten wollte; alle Beteiligten saßen im Teehaus und der Vermittler schlichtete. Eine gelungene Schlichtung wurde mit einem gemeinsamen Essen abgeschlossen. Wenn beide Konfliktparteien keine Möglichkeit für eine Versöhnung sahen, konnte es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommen. Aus diesem Grund wurde am Eingang mancher Teehäuser ein kleines Schild mit der Aufschrift ‚Schlichtungstee verboten‘ aufgehängt, was aber in der Realität nicht funktionierte.“*

*Bo Chen: Das chinesische Teehaus als Institution der Alltagskultur. Ein historischer Überblick unter besonderer Berücksichtigung der Republikzeit (1911-1949), Magisterarbeit im Fach Sinologie, Würzburg 2009.

Vom Frostableiter

„In einer Schrift wie die hier vorliegende muss ich auch wohl noch eines vermeinten, früher für probat gehaltenen, wiewohl ganz wirkungslosen Schutzmittels, der sog. Frostableiter gedenken, das heisst eines oder zweier um den Baum in der Krone befestigten Strohseile, die zum Boden oder, nach späteren Angaben, in untergesetzte Wasserzuber hineingeleitet und darin mit einem Steine festgehalten wurden, Diese Frostableiter sollten den Frost in die Erde oder das unten stehende Gefäss von dem Baume ableiten, indem das Wasser dann stärker gefriere. Sie sollten bald im Winter überhaupt den Frost ableiten, bald nur in späten Frühlingsfrösten, namentlich in der Blüthe der Bäume wirksam sein und noch Christ sagt, wie oben schon gedacht, dass er es aus vielfältiger Erfahrung wisse, dass diese Frostableiter den Baum, an dem sie angebracht gewesen seien, vor Frost geschützt hätten. Aufgekommen sind diese Frostableiter vielleicht durch den früheren Aberglauben, dass man in der Christnacht den Bäumen etwas schenken müsse, damit sie im kommenden Sommer recht voll trügen und sie dazu dann in der gedachten Nacht mit einem Strohseile umband. Mir ist erinnerlich, dass ich in meiner Jugend noch alle Bäume in einzelnen Gärten mit einem Strohseile umbunden gesehen habe, von dem die Frostableiter vielleicht nur eine Modification sind. Dass sie nicht helfen können, wird Jeder, der mit den Naturgesetzen näher bekannt ist, leicht einsehen. Frost ist nichts Positives, sondern nur eine so und so tief unter den Nullpunkt erniedrigte Wärme, also ein Mangel an grösserer zum Gedeihen oder selbst zum Leben eines Gewächses nöthigen Wärme und sollte der Frostableiter den Baum schützen, so müsste er Wärme aus der Erde oder dem untergesetzten Wassergefässe herauf führen und da ist nun gerade Stroh einer der schlechtesten Wärmeleiter und könnte, wenn er ein besserer wäre, einem ganzen Baume nie auch nur in Nachtfrösten so viele Wärme zuleiten, als der Baum bedürfte. Wir wollen also nun von besseren Schutzmitteln reden.“

So schreibt der Superintendent in Jeinsen J. G. C. OBERDIECK auf Seite 92 seiner kleinen Schrift „Beobachtungen über das Erfrieren vieler Gewächse und namentlich unserer Obstbäume in kalten Wintern; nebst Erörterung der Mittel, durch welche Frostschaden möglichst verhütet werden kann“, Ravensburg 1872, die als „Vereinsgabe des Deutschen Pomologen-Vereins für seine Mitglieder für 1871/72“ abgegeben wird. OBERDIECK schildert seine Beobachtungen während der strengen Winter 1822/23, 1825/26, 1844/45 und besonders 1870/71 und bemüht sich eine Theorie zu formen, die die Entstehung der Schäden erklärt. Das populäre „Gefrieren“ und dadurch verursachte „Aufsprengen der Gefäße“ ist bei näherer Überlegung nicht haltbar – OBERDIECK bringt zu viele Beispiele zusammen, wo bei gleichen äußerlichen Bedingungen anscheinend willkürlich Bäume geschädigt werden, die direkt neben nicht geschädigten stehen. Auch das Auftauen in der Sonne, Glatteis und Reif und was sonst noch an meteorologischen Erklärungen gerne gegeben werden, sind nicht haltbar. OBERDIECK kommt dazu Kombinationen zu beschreiben, die zu Schädigungen führen müssen: Standort, Bodenbeschaffenheit, Verlauf der Kälteeinwirkung etc. – also eine Vielzahl von Faktoren anstelle von monokausalen Erklärungsversuchen. Abhilfe kann er aber  auch nicht schaffen; er verweist am Ende auf die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein derart verheerender Winter wie der von 1822/23 für ein ganzes Land nur maximal zweimal im Jahrhundert, für einen einzelnen Landstrich nur einmal pro einhundert Jahre auftritt – ein schöner Trost, den die Zahlen da ergeben … (mg)

Quintessenzen*

Der Gläubige umgibt das Heilige und seine Kraft mit Vorstellungen davon; die Erkenntnis des Heiligen löst bestimmte Gefühle im Gläubigen aus; das Heilige veranlasst den Gläubigen zu einem bestimmten Verhalten und zu Handlungen. Handlung ist Kult. Da das Heilige als eine Kraft gedacht ist, die sowohl rein als unrein sein kann, immer jedoch als Kraft, bleibt das handelnde Gegenübertreten sich gleich, sowohl im positiven Kult als im negativen zauberischen, abergläubischen Handeln: Bestimmend ist das „egoistische Wollen des Primitiven“.

Ich gehe mit ihm eine Liefer- und Leistungsbeziehung ein: Hilfe gegen Kerze. Menge und Qualität variieren, ebenso der Zeitpunkt der Lieferung. Die Konditionen lege ich fest, wie ich sie für angemessen halte. Vertragserfüllung von seiner Seite ist nicht gewährleistet. Das ist mein Risiko bei dem Geschäft.“

Ein Heiliger bringt einem kein Geld ein und er nimmt auch kein Geld an: Er verkauft nichts! Halbgare Gurus kommen daher und beantworten ALLES, selbst wenn ich nicht danach gefragt habe. Das ist der Unterschied zwischen einer Religion und einer Afferei. Das ist auch der Unterschied zwischen einem echten Heiligen und einem falschen. Wenn einer einem Mitmenschen vorschreibt, was er zu tun und zu lassen hat, und ihm weismachen will, dass ALLES einfach und gut ist, wenn er nur diese und jene Bedingung erfüllt und sein Hirn und sein Geld an der Türe dort abgibt – dann ist dieser eine ein schmieriger Scharlatan, aber ganz gewiss kein Heiliger.

Heilig – das hat etwas mit Heilung zu tun: heil sein, unversehrt sein, ganz sein, vollkommen sein. Heilige – das müssen Menschen sein, in denen andere Menschen etwas finden, was ihnen fehlt: was sie nicht sind, wessen sie bedürfen, wonach sie sich sehnen. Heilige sind durch ihr Heilsein in der Lage, etwas davon abzugeben und zu vermitteln. Sie haben einen Zugang zu etwas, worauf sich vielleicht ein tiefes inneres Sehnen der Menschen richtet: Sie vermögen diesen Zugang für andere zu eröffnen. Geleistete Hilfe zum „Heilwerden“: körperlich heil, seelisch heil, zwischenmenschlich heil. Wenn Heilige – die ja oft als Märtyrer daher kommen: geschunden, geplagt und umgebracht – Vorbilder sind, dann gilt das Sehnen wohl eher dem seelischen Heil: Innerlich so integer sein, so ganz und rund, dass das weltliche, hiesige Leid und „Unheil“ irrelevant wird. – Was hat Kunst mit dem Heiligen gemeinsam? Kunst vermittelt, wie der Heilige, einen Zugang zu menschlichen Erfahrungen jenseits von Wort und Ratio.

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*Wir verfassten den einleitenden Text zu der Arbeitsserie „Heilige für heute“ der Künstlerin Linda Schwarz im Herbst 2003 als Abschluss einer Reihe kleiner Texte, die sie auf ihre Bilder aufcollagierte. „Quintessenzen“ haben wir diesen Text genannt, weil in ihm ein mehrwöchiger und intensiver spiritueller Arbeitsprozess verdichtet ist.

Deutschland 1842

„Vielgeliebter Sohn (…)
Deinen Brief [haben] wir erhalten (…) und daraus mache ich mir eine se[h]r große Freude weil ich doch daraus wohl sehe das[s] du wohl gesund und wohlauf bist und hast noch ein Fortkom[m]en (…) Gott sey Dank wir sind recht gesund und Vergnügt unter einander, das Fortkom[m]en ist in Deutschland schwer, wan [wenn] man nicht zu  setzen kann, die Verdienst werden immer noch wenicher und die abkam [Abgaben]  dechlich [täglich] me[h]r die Weberei hat einen so Schlechten Fortgang das [wie]  es viele Jahre nicht war (…) ich Glaube wohl das du gern bey uns werst, diese sehnsucht ist bey uns auch aber in deinen Schreiben sehen wir wohl das du ein  Fortkom[m]en hast wan [wenn] es mechlich [möglich] were das[s] wir auch nach  Amerika reisen so keinten [könnten] wir auch noch einmal auf dieser Welt einander sehen, nimm deine sehnsucht nach Deutschland und schmeis[s] sie ins Wasser wo es am difsten [tiefsten] ist, bey uns wird auch Eisenba[h]n Gebaut es bekom[m]t ein man[n] 28 auch 29 Kreizer, aber es kom[m]t so weit das bey uns Arbeiter gibt im [um] 20 Kreizer weil die Menge so gar Groß ist. (…)“*

*Aus dem Brief eines Vaters an seinen ausgewanderten Sohn 1842; Quelle: privater Nachlass

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(DIAGNOSIS-Lesefrucht der 6. Kalenderwoche 2007)