Schlagwort-Archiv: Kommunikation

Stunden der offenen Tür

Wir danken allen, die uns in den Stunden der offenen Tür besucht haben, herzlich für ihr Kommen! Die Zahl der Gäste war überschaubar, die Stimmung gut, die Atmosphäre entspannt. Das Programm und die Ausstellung gefielen. Schön war’s! Beste Grüße, bis zum nächsten Mal …

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 Blick durchs Fenster zu Beginn

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Im Gespräch

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 Rauchertischchen

Event 4

 Noch ein Gespräch

 Event 95

 Entspannte Gäste

Event 7

 Vortrag zur Geschichte des Hafens

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 Illustration zum Treideln auf dem Main

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 Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer

Event 92

Raucherpause

Event 91

 Vortrag „Des Pudels Kern“

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 Über Lösungen

Event 94

Die Künstlerin und der Historiker
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Schaufenster-Vergnügen

Das Spielraumfenster ist, genau genommen, ein Schaufenster: Der Raum war ursprünglich als Ladenlokal konzipiert. Ich liebe dieses große Fenster, das Draußen und Drinnen verbindet, mir den Blick hinaus auf die vorbeigehenden Menschen und diesen den Blick zu mir herein und auf mich erlaubt; Blickkontakte, freundliches Zunicken und Zulächeln ermöglicht. Zwar kann ich den Raum vor neugierigen Augen schützen. Doch wenn ich alleine darin bin, lasse ich ihn meistens offen und transparent.

Ich experimentiere damit, mein Spielraum-Schaufenster zu dekorieren – mit Vergnügen!

So sieht die aktuelle Deko aus:

Schaufensterdeko Anfang Dezember

Detailansicht:

Detail Schaufensterdeko

:-)

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Spannungsfeld Mediation

Seit 2005 verwende ich für meine mediative Arbeit Symbole, die ich dem anthropologischen Kommunikationscode entlehnte. Sie drücken für mich das Spannungsfeld aus, in dem ich mich als Mediatorin bewege, und bedeuten

med2keine Kommunikation,

med3voneinander abgewandt sein,
med4einander zugewandt sein,

med5intensive Kommunikation.

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Internationale Mediationstage 2013

Freitag und Samstag war ich wieder bei den Internationalen Mediationstagen in Hamburg. Das absolute Highlight am Freitag war ein eineinhalbstündiger (!) Vortrag von Friedemann Schulz von Thun zum Thema „Mediation und innere Mediation“. Wow! Dieser Mann hat nicht nur maßgebende Bücher über Kommunikation geschrieben – der lebt und vermittelt leibhaft, was er schreibt! Schon lange nicht mehr so einen spannenden, verständlichen und kurzweiligen Vortrag gehört, so viele Aha-Erlebnisse am Stück gehabt, so viel gelacht. Er war einfach exzellent!

Der Mediationspraxistag am Samstag war dicht mit erhellenden Praxisbeispielen gefüllt, mit Austausch und Informationen in anregender Atmosphäre – die hervorragende Organisation und die Gastlichkeit in den Mozartsälen trugen das Ihre dazu bei.

Stark berührt hat mich der Vortrag des Schulleiters der Primarschule Biel-Benken (Schweiz). Die Schule ist die diesjährige Gewinnerin des JugendWinWinno, mit dem der Verband „Mediation DACH e.V.“ jährlich „Organisationen und Menschen ehrt, die auf besondere Weise dazu beitragen, dass Menschen Konflikte selbstverantwortlicher und konstruktiver lösen.“ Die Primarschule Biel-Benken hat eine „SMS – Schule mit Streitkultur“ und ein ganzheitliches, beispielhaftes Mediationssystem etabliert, das ich allen Kindern in Kindergärten und Schulen wünsche. So geht es also auch, und es geht tatsächlich! Der Schulleiter schilderte dies anhand eines konkreten Falls. Ich war sehr beeindruckt.

So gehe ich wieder mit einer Menge Input und enorm bereichert in die kommende Woche und in mein mediatives Jahr 2013!

Dann ist ja alles klar!

„Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora befand sich bei einer Psychiaterin in Behandlung – und zwar bei einer Spezialistin für Schizophrenie. (…)“
(Tagesschau online am 28.07.2012)

„Dann ist ja alles klar! Schizophren ist der! Warum sperrt man solche Wahnsinnigen eigentlich nicht weg?“

Auf Tagesschau.de kann man heute auf der Hauptseite (Homepage) zum Amoklauf von Aurora unter der Titelüberschrift „Kino-Attentäter war in psychiatrischer Behandlung“ als ersten Teaser-Satz lesen:

„Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora befand sich bei einer Psychiaterin in Behandlung – und zwar bei einer Spezialistin für Schizophrenie. (…)“ Dann kommt der Link „[mehr]“ zum ganzen Artikel.

Dort wird dann berichtet, dass der Attentäter in „psychiatrischer“ Behandlung gewesen sei und was es mit einem Päckchen auf sich habe und so weiter – und erst ziemlich weit unten ist als vorletzter Absatz unter der Zwischenüberschrift „Spezialistin für die Behandlung von Schizophrenie“ zu lesen:

„Die Psychiaterin arbeitet an der Universität von Colorado, an der Holmes eingeschrieben war. Die Spezialistin für die Behandlung von Schizophrenie leitet an der Universität den psychiatrischen Dienst für Studenten.“*

Hier steht nichts anderes, als dass es an dieser Uni ein psychotherapeutisches Hilfsangebot für die Studierenden gibt wie an jeder anderen und deutschen Universität auch** (die Bezeichnung „psychiatrischer Dienst“ finde ich hier ziemlich unglücklich gewählt) und dass die leitende Fachkraft dort von Beruf Psychiaterin und zufällig auch Spezialistin für Schizophrenie ist. Mehr nicht.

Es steht dort nicht, dass sie nur schizophrene Studenten behandelt, es steht dort nichts davon, dass der Attentäter schizophren ist. Diese Schlussfolgerung legt der Artikel aber nahe – und zwar schon mit dem ersten zusammenfassenden Satz (!) auf der Hauptseite. Folgerichtig drehen sich auch die Kommentare zu dieser Meldung nur noch um die vermeintliche Schizophrenie des Attentäters.

Erst kürzlich las ich über Schizophrenie, dass sie  die am wenigsten akzeptierte psychische Erkrankung in der deutschen Gesellschaft – in der psychisch Kranke immer noch heftig stigmatisiert sind – ist, im Gegensatz zum Beispiel zur Depression. Und genau genommen weiß kaum einer etwas über Schizophrenie und ihre verschiedenen Ausprägungen – doch an einer schizophrenen Erkrankung leidende Menschen werden in der Regel stark abgelehnt; Verständnis oder gar Hilfe erfahren sie von ihren Mitmenschen wenig.

Welcher Ignorant auch immer in der Tagesschau-Redaktion diesen Artikel, diesen ersten Satz verbrochen (!) hat, der schlägt genau in diese Kerbe und schürt Vorurteile und die Angst vor Menschen mit psychischen Erkrankungen und insbesondere vor Menschen mit dieser Diagnose; er stellt an Schizophrenie Erkrankte als gewalttätige, unberechenbare, geistesgestörte Irre, als potenzielle Amokläufer und Mörder hin.

Eine dermaßen fahrlässige, ja kriminelle Berichterstattung auf Kosten dieser Menschen gehört genau genommen vor den deutschen Presserat!*** Und noch was: Bei „Bild“ würde ich mich nicht darüber wundern – aber die Tagesschau, die sich gerne selbst mit hohem Anspruch und kritischer Berichterstattung darstellt, sollte sich so etwas nicht erlauben: Das ist nur noch beschämend! (gg)

*Dieser Absatz findet sich als letzter auch in einem entsprechenden Artikel der „Zeit“ – die allerdings keine Schizophrenie des Attentäters suggeriert – und stammt vermutlich von der dpa (ich mag der Tagesschau nicht unterstellen, dass sie ihre Berichte teils wortwörtlich aus der „Zeit“ abschreibt).

**In der Psychotherapeutischen Beratung des Studentenwerks Würzburg zum Beispiel arbeitet laut deren Website ein „Team von Diplom-Psychologen mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung und ein psychotherapeutisch tätiger Arzt“.

***Nachtrag zwei Stunden später: Beim Deutschen Presserat habe ich gerade wegen dieses diskriminierenden Teasers Beschwerde eingelegt.

Update am 02.08.2012: Vom deutschen Presserat erhielt ich vor zwei Tagen eine Mail: „Der Deutsche Presserat beschäftigt sich als Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle der deutschen Pressemedien ausschließlich mit Vorgängen im Pressebereich sowie mit Beschwerden über Veröffentlichungen von Zeitungen und Zeitschriften. Für den Bereich der Rundfunkmedien sind wir nicht zuständig. Wir empfehlen Ihnen, sich an die entsprechende Landesmedienanstalt zu wenden.“ Aha. Dann ist ja alles klar. Nein, das verfolge ich jetzt nicht weiter – keine Zeit. gg

Win-Win-Situation

Aus eins mach zwei – das Folgende ist ein bereits etwas abgegriffenes, doch immer wieder einleuchtendes Beispiel für einen gelungenen Mediationsprozess:

Die Mutter kommt in die Küche, in der sich ihre beiden halbwüchsigen Töchter lautstark um eine Zitrone streiten. Der Vorschlag der Mutter, die Zitrone durchzuschneiden und zu teilen, stößt auf erbitterten Widerstand – jede Tochter beansprucht die ganze Zitrone für sich.

Als die Mutter weiter nachfrägt, wofür denn jede Tochter die Zitrone braucht, stellt sich heraus, dass die eine Tochter einen Kuchen backen will, für den sie die Schale der Zitrone benötigt, und die andere auf eine Party geht und den Saft der Zitrone für Cocktails versprochen hat.

Die Lösung liegt nahe: Die eine Tochter reibt die Schale, die andere erhält den Saft – und jede hat ihre ganze Zitrone!

;-)