Sonntagsbeilage, 15. März 15

Der Mensch macht Musik, sicherlich seit Anbeginn seines Menschseins. Sehr wahrscheinlich saß der Frühmensch am Feuer in der Höhle und sang, Steine rhythmisch aneinander klopfend, von den Dingen, die ihm wichtig waren: Die Götter, die Jagd, das beste Rezept für Selbstgebrautes. Bald baute der Mensch spezielle Instrumente, deren einziger Zweck darin bestand, Töne zu erzeugen: In Höhlen der Schwäbischen Alb wurden circa 35.000 Jahre alte Knochenflöten gefunden, so im „Hohlen Fels“ und in der „Geißenklösterle-Höhle“ – ja, die Schwaben …
Daneben gibt es auch Instrumente, die für einen ganz anderen Zweck erfunden, konstruiert und zusammengebaut worden sind, die ebenfalls Töne produzieren, allerdings unmelodisch, ungeordnet, eben un-musikalisch.
Aber das kann man ja ändern.
Ich rede von DIngen unserer Arbeitswelt, die jeden Computerbenutzer umgeben oder umgaben:  Drucker (dot-matrix printer), Diskettenlaufwerke (5-Zoll-Floppy-Laufwerke) und natürlich auch Scanner.
Beliebt sind neben klassischen Stücken – Pachelbels Kanon auf Floppies (hier), Bachs Toccata auf einem Dot-matrix-Drucker (hier) und Beethovens „Elise“ auf einem Scanner (hier) – auch Themen und Erkennungsmelodien von elektronischen Spielen wie z.B. „Tetris“ oder „Duke Nukem (hier), und selbstverständlich werden auch modernste Geräte kreativ umgenutzt: Hier gibt ein moderner 3D-Drucker das Thema der „Legends of Zelda„-Spieleserie von sich; es hört sich doch eher nach dem Wachszylinder eines frühen Phonographen an.
Der menschlichen Kreativität sind scheinbar keine Grenzen gesetzt – egal, ob es sich um Schweineknochen oder 3D-Drucker handelt: Hauptsache, man kann damit spielen.
Und weil’s so schön ist – Soft Cell, Tainted Love, 13 Floppies, eine Festplatte.

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(mg)