Deutschland 1842

„Vielgeliebter Sohn (…)
Deinen Brief [haben] wir erhalten (…) und daraus mache ich mir eine se[h]r große Freude weil ich doch daraus wohl sehe das[s] du wohl gesund und wohlauf bist und hast noch ein Fortkom[m]en (…) Gott sey Dank wir sind recht gesund und Vergnügt unter einander, das Fortkom[m]en ist in Deutschland schwer, wan [wenn] man nicht zu  setzen kann, die Verdienst werden immer noch wenicher und die abkam [Abgaben]  dechlich [täglich] me[h]r die Weberei hat einen so Schlechten Fortgang das [wie]  es viele Jahre nicht war (…) ich Glaube wohl das du gern bey uns werst, diese sehnsucht ist bey uns auch aber in deinen Schreiben sehen wir wohl das du ein  Fortkom[m]en hast wan [wenn] es mechlich [möglich] were das[s] wir auch nach  Amerika reisen so keinten [könnten] wir auch noch einmal auf dieser Welt einander sehen, nimm deine sehnsucht nach Deutschland und schmeis[s] sie ins Wasser wo es am difsten [tiefsten] ist, bey uns wird auch Eisenba[h]n Gebaut es bekom[m]t ein man[n] 28 auch 29 Kreizer, aber es kom[m]t so weit das bey uns Arbeiter gibt im [um] 20 Kreizer weil die Menge so gar Groß ist. (…)“*

*Aus dem Brief eines Vaters an seinen ausgewanderten Sohn 1842; Quelle: privater Nachlass

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(DIAGNOSIS-Lesefrucht der 6. Kalenderwoche 2007)